Nachtflugverbot: Das sind Deine Rechte!

Diese Situation ist alles andere als spaßig. Dein Flug startet spät am Tag und ist dabei nicht ganz pünktlich. Also hast Du am Flughafen schon einige Wartezeit hinter Dir, doch dann passiert etwas wirklich Unangenehmes! Aufgrund eines Nachtflugverbots darf Deine Maschine auf dem Zielflughafen nicht mehr landen, sie wird umgeleitet. Schließlich setzt sie Dich mitten in der Nacht an einem Ort ab, an den Du gar nicht möchtest. Aber immerhin: Am Boden steht ein Bus bereit, der Dich und die anderen Passagiere aufnimmt. So gelangt ihr doch noch an euer ursprüngliches Ziel. Nur: Das bereitet Dir enorme Umstände und eine stundenlange Verspätung.

Nachtflugverbot

Steht mir in diesem Fall eine Entschädigung zu?

Wenn Du aufgrund eines Nachtflugverbots auf Umwegen verspätet an Dein Ziel gelangst, ist das zunächst einmal ärgerlich. Vielleicht hast Du dadurch einen Termin verpasst oder Du bist fürchterlich müde und erreichst Dein Bett erst weit nach Mitternacht. Bei einer Verspätung aufgrund von Nachtflugverbot wird allerdings nicht automatisch eine Entschädigung fällig. Du musst mindestens 3 Stunden später ankommen als geplant, dann darf Dein Geldbeutel sich wahrscheinlich freuen.


Die 3-Stunden-Regel in Verbindung mit höherer Gewalt

Die 3-Stunden-Regel ist Teil der EU-Fluggastrechteverordnung 261/04. Hier ist geregelt, dass eine entsprechende Verspätung immer dann eine Entschädigung auslöst, wenn kein »außergewöhnlicher Umstand« vorliegt. Ein Flugverbot für die Nacht gehört nicht in diese Kategorie, denn dieses herrscht zu festgelegten Zeiten an bestimmten Orten und ist für die Fluggesellschaft kalkulierbar. Außergewöhnliche Umstände jedoch zeichnen sich dadurch aus, dass sie eben nicht planbar und leicht vermeidbar sind. Aus diesem Grund tragen sie häufig auch die bekannte Bezeichnung »höhere Gewalt«. Das Nachtflugverbot über Frankfurt und anderen lärmgeplagten Städten einzuhalten, gehört aber zum Alltagsgeschäft im Luftverkehr.


Aber: Nicht nur das Nachtflugverbot ist »schuld«

Allerdings müssen wir Deine Euphorie an dieser Stelle leider wieder bremsen. Denn: Eine drei- und mehrstündige Verspätung aufgrund eines Nachtflugverbots zieht nur unter bestimmten Bedingungen eine Entschädigung nach sich. Es kommt ganz auf den eigentlichen Auslöser der zeitlichen Verzögerung an, ob Du eine finanzielle Kompensation erhältst. Die Frage lautet also: Warum ist das Flugzeug überhaupt so spät gestartet?


  1. Verspätet aufgrund außergewöhnlicher Umstände?

Falls bei der ursprünglichen Verspätung höhere Gewalt in Spiel war, hast Du schlichtweg Pech gehabt. Zu den außergewöhnlichen Umständen, auf die sich Deine Airline berufen kann, gehören beispielsweise:

  • Extreme Wetterbedingungen, die den Flug verzögerten
  • Eine Naturkatastrophe
  • Eine Bombendrohung oder Terrorwarnung
  • Eine Flughafenschließung
  • Teilweise auch Streiks von Boden- und Luftpersonal
  • Vogelschlag an der Maschine


  1. Oder: Verzögerung aus anderen Gründen

Sind keine außergewöhnlichen Umstände im Spiel, so sitzt Du am längeren Hebel. Sollte Dein Nachtflug aufgrund folgender Ereignisse zu spät gestartet sein, dann lohnt es sich, eine Entschädigung einzufordern:

    Erkrankung der Flugzeugbesatzung

    Zu enge Zeitplanung trotz bekannten Nachtflugverbots

    Schlechtes, aber für die Jahreszeit übliches Wetter

    Enteisungsprobleme

    Technischer Defekt, auch trotz optimaler Wartung

    Kollision mit einem Treppenfahrzeug

Die gegebenen Stichpunkte sollen Dir als Orientierungspunkte dienen, damit Du Deine Ansprüche besser abschätzen kannst. Beide Listen ließen sich noch beliebig verlängern.


Wie hoch fällt die finanzielle Wiedergutmachung aus?

Bei einer Flugdistanz von bis zu 1.500 Kilometern darfst Du mit 250 Euro rechnen. 400 Euro werden fällig, wenn Dein Flugzeug 1.500 bis 3.500 Kilometer zurückgelegt hat. Und die maximale Entschädigung, 600 Euro, erreichst Du bei noch längeren Strecken, wenn der Start oder die Landung innerhalb der Europäischen Union erfolgte. Grundsätzlich muss für Deinen Flug ein EU-Bezug gegeben sein, damit die EU-Fluggastrechteverordnung überhaupt in Kraft tritt.


Das passiert bei einer Umleitung zu einem anderen Flughafen

Mach Dir keine Sorgen, dass Du aufgrund eines nächtlichen Flugverbots Dein Reiseziel überhaupt nicht mehr erreichst: Deine Fluggesellschaft ist verpflichtet, Dich an den gebuchten Ort zu bringen. In vielen Fällen stellt die betreffende Airline Busse bereit, um die Passagiere weiterzubefördern.

Falls Dich aber auch hier das Glück im Stich lässt und Du auf Dich allein gestellt bist, dann hebe alle Quittungen für Deine Weiterbeförderung auf. Ob Du nun mit der Bahn reist, Dir ein Taxi oder einen Mietwagen nimmst, ist egal. Mach Deine Unkosten bei Deiner Fluggesellschaft geltend und fordere Deinen finanziellen Einsatz zurück! Ein Express-Entschädiger hilft Dir, schnell an Dein Geld zu gelangen, ohne dafür Zeit und Nerven zu verschwenden.



oder ohne Flugnummer fortfahren.

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