Essen im Handgepäck: Vorsicht, nicht alles darf mit an Bord!

In alten Zeiten war die Angelegenheit ganz einfach: An Bord eines Flugzeugs gab es kulinarische Vollversorgung, sogar auf der vergleichsweise kurzen Strecke von Stuttgart nach Palma de Mallorca. Mindestens eine Mahlzeit war immer im Preis mit »drin«, doch das hat sich in den letzten Jahren geändert. Heute sind viele Passagiere Selbstversorger, weil sie das Essen an Bord nicht noch zusätzlich bezahlen möchten. Die entsprechenden Lebensmittel bringen sie im Handgepäck mit in die Maschine. Doch in Deutschland und der EU ist nicht alles,was schmeckt, auch erlaubt! Darum empfehlen wir, Dich genau zu informieren, damit Dein ausgewählter Snack nicht am Boden bleiben muss, während Du hoch in den Lüften hungrig bleibst.

essen im handgepäck

EU-Richtlinien für Handgepäck sollen Terror-Gefahr bannen

Für Dein Handgepäck gelten die strengen EU-Richtlinien, die darauf ausgerichtet sind, die Flugsicherheit zu gewährleisten. Bei den Flüssigkeiten fängt es an: Im Jahr 2006 versuchten Terroristen am Heathrow Airport, mehrere Flaschen Wasserstoffperoxid im Handgepäck in die Maschine zu schmuggeln. Mit dem chemischen Mittel wollten sie eine Explosion auslösen. Der Anschlag wurde zum Glück vereitelt, doch seitdem gilt auch für Deine Getränke die 10-x-100-ml-Regelung. 

Du darfst also höchstens 10 Packungen mit je 100 ml Flüssigkeit in Deinem Handgepäck mitführen, am besten eingetütet in einen durchsichtigen Plastikbeutel. Das gilt auch für Deinen Coffee-to-go, der leider in diesem Fall ziemlich mickrig ausfällt. Einen Trost haben wir aber für Dich: Alle Getränke, die Du Dir im Sicherheitsbereich an den Gates kaufst, haben freien Flug. So erhältst Du unterwegs doch noch eine ordentliche Portion Koffein. 

Unser Tipp: Bist Du ein durstiger Mensch? Dann nimm Dir eine große, leere Plastikflasche mit ins Handgepäck. Diese kannst Du im Anschluss an die Sicherheitskontrolle im Warteraum an einem Trinkbrunnen mit Leitungswasser füllen. 

Falls ein Kleinkind von unter drei Jahren mit Dir reist, musst Du Dich bezüglich der Babynahrung nicht an die 10-x-100-ml-Regel halten. Voraussetzung ist, dass Du das Essen und Trinken für Deinen Nachwuchs im verschlossenen Originalbehälter aufbewahrst. 


Bestimmungen fürs Handgepäck: Essen darf meistens mit an Bord

Beim Thema Essen im Handgepäck sind die Regeln nicht ganz so eng gestrickt. Pack Dir vorzugsweise feste Nahrungsmittel ein, zum Beispiel ein paar geschmierte Butterbrote. Dann hast Du nichts zu befürchten. Auch belegte Brötchen und etwas Obst stellen kein Problem dar. Marmelade und Honig im Glas zählen schon wieder als Flüssigkeiten, darum ist es besser, Du bereitest Dir Dein süßes Brot schon zu Hause vor. 

Ob Du nun Appetit auf rohes Gemüse, auf Erdbeeren oder ein Stück Kuchen hegst: All diese Lebensmittel darfst Du im Handgepäck mit Dir führen. Auch auf Deine leckeren Müsliriegel über den Wolken kannst Du Dich gern jetzt schon freuen. Alternativ nimmst Du Dir Nüsse zum Knabbern mit oder Du gönnst Dir eine schöne Tafel Schokolade. Flüssige Lebensmittel wie Smoothies und Suppen sind hingegen tabu, wenn Du mehr als 100 ml in einer Packung mit Dir führst. 


Bei Essen im Handgepäck Einfuhrverbote in die EU beachten

Bei der Einreise in die EU gelten Sonderregeln zur Eindämmung von Tierseuchen. Verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Wurstwaren, Milch, Käse und Eier dürfen aus diversen Ländern gar nicht per Passagierflugzeug nach Europa transportiert werden. Dies gilt sowohl für das Handgepäck als auch für Deinen Koffer. Möchtest Du trotzdem Wurst oder Käse mit Dir führen, dann musst Du eine spezielle Kontrolle durchlaufen und womöglich eine Gesundheitsbescheinung oder andere Begleitdokumente vorlegen. Für den kleinen Bord-Snack lohnt sich dieser Aufwand sicher nicht. 


Nicht-EU-Länder mit Ausnahmestatus

Einige wenige Nicht-EU-Länder sind von den strengen Lebensmittelbestimmungen ausgenommen. Tierische Nahrung für den Eigenbedarf darfst Du aus folgenden Staaten einführen, solange die festgelegten Reisefreimengen nicht überschritten werden: 

  • Grönland
  • Andorra
  • Liechtenstein
  • Norwegen
  • Schweiz
  • San Marino


Freier Flug für Schokolade und Sahnebonbons

Besteht Dein Handgepäck-Essen aus Sahnebonbons oder Schokolade, dann hast Du Glück gehabt. Diese milchhaltigen Süßigkeiten darfst Du von überall in der Welt in die EU einführen. Honigfreunde dürfen ebenfalls aufatmen, denn 100 ml des süßen Bienenproduktes sind im Handgepäck erlaubt, auch dann, wenn Dein Flug außerhalb der EU startet. 


Deutschland spezial: Welche Regeln gelten hier?

Deutschland hat einige Sonderregeln parat, wenn es um die Einfuhr von Nahrungsmitteln geht. Die bakterielle Ringfäule bei Kartoffeln ist derart gefährlich, dass die Knolle auch in geringen Mengen nicht mit an Bord darf. Und wenn Du als Gourmet noch so sehr in Stör-Kaviar vernarrt bist, wird Dir der deutsche Zoll dieses Fischprodukt leider aus den Händen nehmen. Störe gehören nämlich zu den gefährdeten Arten. 

Falls Du vorhaben solltest, mehr als 2 Kilogramm Wildpilze mit nach Hause zu bringen, dann musst Du Dich an die zuständige Lebensmittelüberwachungsbehörde wenden und ein Ausfuhrzeugnis vorlegen: Das sind die bürokratischen Nachwirkungen der Tschernobyl-Katastrophe. 

Trotz aller Einschränkungen wird an dieser Stelle sicher eines klar: Satt wirst Du im Flugzeug garantiert, denn es bleiben genügend Lebensmittel übrig, die Du ins Handgepäck packen darfst. 



oder ohne Flugnummer fortfahren.

Ausgezeichnet.org